Die Modewarenfabrik Hackl & Söhne in Weitra
von pflege
Die Landessammlungen NÖ verantworten im Sammlungsbereich "historische Landeskunde" mit der Textilsammlung und dem Werksarchiv von Hackl & Söhne über 1.000 Objekte zur Geschichte der Modewarenfabrik. Auf Basis des Firmenarchivs "Hackl & Söhne" im Landesarchiv NÖ und den Beständen der Landessammlungen NÖ erschien nun die folgende Publikation zur Geschichte des Modewarenfabrik Hackl & Söhne.
Die k.k. privilegierte Modewarenfabrik Hackl & Söhne wurde im Jahr 1843 von Heinrich Hackl (1822-1901) in Wien gegründet. Im Jahr 1860 verlegte der aus Weitra stammende Hackl die Produktion in seinen Heimatort. Hackl ließ dort in Fabriks- und Heimarbeit eine breite Palette an textilen Stoffen in Form von unterschiedlichsten Tüchern, Möbel- und Dekorstoffen, Vorhängen oder Teppichen in verschiedensten Mustern und Ausführungen für den Wiener Modemarkt fertigen. Neben dem Geschäftslokal in Wien hatte der Betrieb unter anderem Handelsvertretungen in London, Paris, Kairo und Alexandria. Zu den größten Erfolgen des Betriebes gehörte die Teilnahme an der Wiener Weltausstellung 1873 und der Pariser Weltausstellung 1878.
Die vorliegende Publikation widmet sich dem Untersuchungsgegenstand der Arbeiter*innenschaft bzw. der Arbeitsorganisation und den Arbeitsverhältnissen der Modewarenfabrik Hackl & Söhne aus Weitra auf spezifische Art.
Die Basis für die Auseinandersetzung mit dem genannten Thema bildet der Primärquellenkorpus des Firmenarchivs Hackl & Söhne, das heute im niederösterreichischen Landesarchiv aufbewahrt wird. Das umfangreiche Schriftgut ermöglicht eine Herangehensweise in Form einer dichten Beschreibung der Verhältnisse und Organisation. Bei vielen Themenbereichen ist es möglich, anhand der aussagekräftigen Quellenlage ein genaues Bild der Arbeitsorganisation und Arbeitsverhältnisse abzulesen. Unter anderem befinden sich im Firmenarchiv um die 5.000 Seiten an Schriftverkehr der Unternehmerfamilie, die in vielfacher Form eine Interpretation und Darstellung der Arbeiter*innenschaft und der vorherrschenden Strukturen und Organisation von Hackl & Söhne erlauben.
Das methodische Vorgehen der dichten Beschreibung erfolgt dabei in einer Kombination von qualitativer und quantitativer Analyse der Primärquellen aus dem Firmenarchiv. Anhand der vorhandenen Quellen können die Strukturen der Organisation ausführlich beschrieben werden.
Der Hauptteil des Buchs gliedert sich in drei Kapitel zu Fabriksarbeit, Heimarbeit und den sozialen Einrichtungen. Den drei Kapiteln vorangestellt, befinden sich ein allgemeines Kapitel zum Beginn der Textilindustrie im Waldviertel bis ins 19. Jahrhundert und ein weiteres zur Geschichte der Modewarenfabrik Hackl & Söhne, in welchem die bisher veröffentlichten Arbeiten unterschiedlicher Autor*innen mit bis dato unerforschtem Quellenmaterial aus dem Firmenarchiv einen umfangreichen Einblick in die Geschichte des Unternehmens geben. Ziel dieses Werks soll es sein, anhand der Vielzahl der vorhandenen Quellen des Firmenarchivs, einen möglichst genauen Einblick in die Arbeitsorganisation und Arbeitsverhältnisse von Hackl & Söhne zu ermöglichen.
Die Publikation ist im Verlag NÖ Institut für Landeskunde in der Reihe "Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde" (Band 75) erschienen. Eine Möglichkeit zur Bestellung finden Sie hier: Publikationen Institut für Landeskunde.
Michael Resch, Die Modewarenfabrik Hackl & Söhne in Weitra. Eine Analyse der Arbeitsorganisation und Arbeitsverhältnisse eines Waldviertler Textilunternehmens im 19. Jahrhundert = Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde 75, St. Pölten: Verlag NÖ Institut für Landeskunde 2021

Abbildung: © NÖ Institut für Landeskunde



