Eröffnung der NÖ Landesausstellung 2026: „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit“
von pflege
Vor rund 600 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesundheitsorganisationen sowie zahlreichen Medienvertreterinnen und Medienvertretern wurde die Niederösterreichische Landesausstellung 2026 eröffnet.
Die Ausstellung mit dem Titel „Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.“ gibt Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, das Landesklinikum Mauer, das seit über 120 Jahren eng mit der psychiatrischen Versorgung in Niederösterreich verbunden ist, aus neuen Blickwinkeln zu erleben. Denn es ist das erste Mal, dass eine Landesschau auf einem Klinikgelände bei laufendem Betrieb stattfindet.
Inhaltlich widmet sich Ausstellung einem hochaktuellen und wichtigen Thema: der menschlichen Psyche. Rund 640 historische Objekte, Kunstwerke, Fotografien, Texte und Dokumente über 250 Jahren Medizingeschichte – kuratiert von Niko Wahl und Michael Resch sowie Armin Laussegger – zeigen, wie vielschichtig das Thema psychische Erkrankungen ist. Eröffnet werden vielfältige Einblicke in den historischen und aktuellen Umgang mit psychischen Erkrankungen; ergänzt durch persönliche Stimmen von Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Mitarbeitenden.
Über die Ausstellung im Landesklinikum Mauer
Ziel der Ausstellung ist es, unterschiedliche Aspekte von geistiger Gesundheit und Krankheit aufzuzeigen. Psychische Gesundheit wird damit als gesamtgesellschaftliches Anliegen verstanden. Nur so kann es gelingen, dass eine psychische Erkrankung kein Tabu mehr ist und Betroffene und ihre Angehörigen keine Ausgrenzung erfahren.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Psychische Gesundheit ist eines der großen gesellschaftlichen Themen unserer Zeit. Die Landesausstellung im Landesklinikum Mauer widmet sich dem Umgang damit. Besonders wichtig ist mir dabei, dass wir mit dieser Landesausstellung ganz bewusst die jungen Menschen miteinbinden und für dieses Thema, das Menschen in allen Altersgruppen und in allen gesellschaftlichen Gruppen betrifft, sensibilisieren. Die Landesausstellung soll die Wichtigkeit psychischer Gesundheit in unserer Gesellschaft betonen, die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen vorantreiben und den Diskurs darüber anregen – und somit weit über das Jahr 2026 hinauswirken.“
Armin Laussegger, wissenschaftlicher Leiter der NÖ Landesausstellungen: „Die Niederösterreichischen Landesausstellungen zeigen auf, warum historische Entwicklungen für unser heutiges Zusammenleben relevant sind. Wir wollen mit der diesjährigen Schau wissenschaftlich fundiert informieren, Vorurteile abbauen, Missverständnisse ausräumen und über die Ausstellungsobjekte miteinander ins Gespräch kommen. Damit werden wir dem Thema psychische Gesundheit und dem besonderen Ort gerecht."
Paulus Hochgatterer, Psychiater, Autor und Leiter des wissenschaftlichen Beirats der Landesausstellung: „Die Psyche in ihrer Vielfalt, Originalität und Verletzlichkeit hat die Menschen immer schon fasziniert. Dort, wo es um schwer Begreifliches und Bedrohliches geht, waren psychische Phänomene über Jahrhunderte hinweg Argument für Ausgrenzung und Absonderung. Zu zeigen, dass sich Letzteres inzwischen fundamental geändert hat, ist ein zentrales Anliegen dieser Landesausstellung. Zusätzlich muss betont werden, wie enorm wichtig es ist, dass in einer Periode, in der rings um uns die Universalien der Aufklärung – Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde – wiederum in Frage gestellt werden, eine derartige Landesausstellung einen dezidiert humanistischen Grundton besitzt.“
Die Inhalte für das Vermittlungsprogramm „Familienspur“, das sich an Kinder bis 12 Jahre und ihre Begleitpersonen richtet, wurden zum Teil gemeinsam mit Lehrenden und Volksschülerinnen und Volksschülern aus der Gemeinde Haag entwickelt.
Barbara Kunerth, Schulleiterin der Volksschule Haag: „Die Kinder der Volksschule Haag haben mit Mut und großer Kreativität all das zum Ausdruck gebracht, was wir an unserer Schule unter dem Leitgedanken „Gemeinsam lernen – miteinander leben“ gestalten. Mit viel Freude und Engagement sind vielfältige Beiträge für die Ausstellung entstanden.“
Ergänzt wird die Ausstellung im Haus 21 durch einen neuen Lernort zur Geschichte der NS-Medizinverbrechen im Landesklinikum Mauer. Die neuesten Forschungsergebnisse zur Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit werden vermittelt und damit die Basis für eine engagierte Erinnerungskultur geschaffen. Der Lernort steht Besucherinnen und Besuchern auch nach der Landesausstellung bei freiem Eintritt zur Verfügung.
Um diese Orte am Gelände des Landesklinikums Mauer miteinander zu verbinden, wurde ein kuratierter Rundweg geschaffen, der Besucherinnen und Besucher über historische und ausstellungsrelevante Themen sowie die außergewöhnliche Jugendstil-Architektur informiert.
Die Bedeutung der NÖ Landesausstellung für das Klinikum und die Region
Die NÖ Landesausstellung 2026 wird unterstützt von 31 Gemeinden der LEADER-Region Moststraße. Das Landesklinikum spielt für die Stadt Amstetten und die Region eine wichtige Rolle – für die medizinische Versorgung der Menschen, als Bildungsstandort, als Arbeitgeber.
Landesrat Anton Kasser: „Dass zum ersten Mal eine Landesausstellung bei laufendem Betrieb in einem Klinikum durchgeführt wird, ist etwas sehr Besonderes. Das Klinikum in Mauer leistet tagtäglich unsagbar wichtige Arbeit im Bereich der mentalen Gesundheit – das Thema der Ausstellung stellt genau diese herausragende Arbeit in den Fokus. Um all das gemeinsam mit der Organisation der Landesausstellung hier am Standort unter einen Hut zu bringen, bedarf es viel Einsatz von Seiten des Klinikums. Deshalb gilt mein Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der gesamten Klinikleitung.“
Christian Haberhauer, Bürgermeister von Amstetten: „Die Niederösterreichische Landesausstellung 2026 ist eine große Chance für Amstetten und die gesamte Region. Sie sichert den Standort Mauer langfristig ab und unterstreicht die Bedeutung Amstettens als Zentrum für Gesundheit, Bildung und Innovation. Wir freuen uns darauf, viele Besucherinnen und Besucher willkommen zu heißen, die neben der Ausstellung auch die vielfältigen Freizeitangebote, kulturellen Einrichtungen und die Gastronomie in Amstetten sowie Umgebung besuchen und entdecken werden.“
Michaela Hinterholzer, Bürgermeisterin von Oed-Öhling und Obfrau der LEADER-Region Moststraße: „Wir haben als Gastgeberregion unsere Betriebe qualifiziert, die Bevölkerung mit der Vortragsreihe ‚Impulse für Kopf und Herz‘ inhaltlich eingestimmt und gleichzeitig die Umgebung herausgeputzt, damit aus einem Ausstellungsbesuch ein Gesamterlebnis wird. Heute bin ich richtig stolz – weil 31 Gemeinden, Betriebe und Partner gezeigt haben: Wenn wir zusammen anpacken, wird aus der Landesausstellung ein echtes Moststraße-Gesamterlebnis!“
Lukas Michlmayer, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Haag: „Die niederösterreichische Landesausstellung ist eine große Chance für unsere schöne Region. Wir haben dadurch die Möglichkeit, unsere Gastfreundschaft zu leben und unsere schöne Kulturlandschaft zu zeigen. Wer einmal hier war, kommt gerne wieder. Das bringt nachhaltige Wertschöpfung in unsere Region, wovon viele Betriebe und Tourismusstätten profitieren.
Infos für Besucherinnen und Besucher zur Barrierefreiheit:
Die NÖ Landesausstellung 2026 am Areal des Landesklinikum Mauer hat bis 8. November 2026 täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Das Landesklinikum Mauer ist barrierefrei zugänglich. Mehrere Gebäude verfügen über rollstuhlgerechte Zugänge mit Rampen und Handläufen. Die Wege im Außenbereich sind eben und gut begehbar. Für Besucherinnen und Besucher mit Mobilitätseinschränkungen stehen barrierefreie Parkplätze am temporären Parkplatz zur Verfügung.
Die Landesausstellung versteht sich als Beitrag zu einer inklusiven, wertschätzenden Gesellschaft. Die Ausstellung bietet barrierefreie Zugänge, bauliche Maßnahmen wurden gemeinsam mit Expertinnen und Experten entwickelt. Unterstützende Angebote wie Leitsystem, inklusives Ausstellungsdesign, Audioguides und Führungen bzw. auf die unterschiedlichen Altersgruppen abgestimmte Vermittlungsformate sowie Workshops erleichtern den inhaltlichen Zugang für alle Menschen.
Wenn die Welt Kopf steht – Mensch. Psyche. Gesundheit.
28.3 bis 8.11.2026
Landesklinikum Mauer
Öffnungszeiten:
Montag bis Sonntag, 9:00 - 18:00 Uhr



