Wolfgang Ammer, News, 2004, Tuschfeder, laviert, Deckweiß auf Papier © Landessammlungen NÖ
Wolfgang Ammer, News, 2004, Tuschfeder, laviert, Deckweiß auf Papier © Landessammlungen NÖ

In Memoriam

von pflege

Die lyrische Komponente des Fotografierens zu erkunden, fand im Werk von Heinz Cibulka vielschichtig Ausdruck. Am Freitag, dem 14. August 2026, endete die 83jährige Lebensspanne des 1943 geborenen Medienkünstlers, sein künstlerisches Nachleben nimmt nun seinen Anfang, wie die zahlreichen medialen Würdigungen zum traurigen Anlass bereits vorwegnehmen.

Ausgebildet an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt Wien wurde Heinz Cibulka zum visuellen Chronisten des Wiener Aktionismus, nicht selten auch in der Rolle des Körpermodells. Eine besondere Verbindung bestand zu Hermann Nitsch. Sein eigenes künstlerisches Werk, das Cibulka ab den 1970er-Jahren entwickelte, befasst sich mit den flüchtigen Momenten alltäglicher Schönheit. Seine „Bildgedichte“ komponierte er meist vierteilig, die Landschaft seiner selbstgewählten Weinviertler Heimat wurde ihm zum Ausgangspunkt seiner sensitiven Beobachtungen, die das Landleben wie etwa Weinproduktion unprätentiös in ein unverkennbares Bildformat bannten. Den Idealen der Arte-Povera-Bewegung gemäß stand luxuriöse Anmutung eines hochtechnisierten Equipments nicht im Fokus des Ausnahmekünstlers. Jedoch befasst sich Cibulka schon in den 1990er-Jahren mit dem künstlerischen Potenzial von Computerprogrammen. In der Personale "bin ich schon ein bild?" in der Landesgalerie Niederösterreich war 2019 die Auftragsarbeit „Geschichtes Gedicht Augmented“ zu sehen, welche auf Basis der digitalen Collage „Geschichtes Gedicht“ von Heinz Cibulka und Hanno Millesi aus dem Jahr 2000 entstand und bei der die Landessammlungen Niederösterreich ihre Kunstsammlung mithilfe einer Augmented Reality-Applikation des jungen Medienkünstler Bobby Rajesh Malhotra für neue Zugänge öffnete.

Zu den Preisen, die Cibulka ehrten, zählt der Würdigungspreis für Medienkunst des Landes Niederösterreich für künstlerische Fotografie aus dem Jahr 1994. Im Bestand der Landessammlungen Niederösterreich befinden sich ein umfangreiches Werkkonvolut seines künstlerisches Schaffen sowie Auszüge zu dessen Dokumentation.

„Ich lasse das Foto auf mir herumtanzen.
Ich grabe das Foto ein und denke daran.“

Heinz Cibulka (Archivalie LSNÖ, Inv.Nr. KD-CibK1.1.34)

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